Mutter und Kind-Cafés

In immer mehr Cafés gibt es Spielecken für Kleinkinder, besonders in Großstädten ist dieser Trend zu beobachten. Die Idee dahinter ist schnell durchschaut, junge und werdende Mütter sind die gewünschte Zielgruppe des Betreibers. Eine Art Wohnzimmer-Atmosphäre wird geschaffen und soll die Gäste zum Verweilen einladen, und während das Kind mit dem Spielzeug und den anderen Kindern beschäftigt ist, kann sich die Mutter entspannt zurücklehnen und ein wenig mit den anderen Müttern plaudern. Immer mehr Cafés dieser Art wurden während der letzten Jahre geöffnet und genauso schnell wie sie entstanden, verschwanden auch viele von ihnen wieder. Was sich beim ersten Anblick als clevere Idee darstellt, ist unter professionellen Gastronomen ein höchst umstrittenes Konzept.

Beginnen wir mit den Punkten, die für das Gelingen eines Mutter und Kind-Cafés sprechen

Der wichtigste Grund ist, dass es Menschen anzieht, die normalerweise zu Hause geblieben wären, denn mit einem Kleinkind unterwegs zu sein erfordert eine gewisse Logistik. Oft ist es auch so, dass es den Eltern unangenehm ist, wenn ihr Kind laut wird. Was Kinder nun einmal oft sind, aber für Eltern beginnt dann der Stress, und sie versuchen mit allerhand Tricks, das Kind wieder ruhig zu bekommen. In einem Mutter und Kind-Café hingegen können Kinder auch einmal etwas lauter sein. Dies nimmt eine Menge Stress und die Eltern haben eine reale Möglichkeit, den Besuch im Café entspannt zu genießen. Gleichzeitig sind die Mütter oder auch Väter hier unter sich, sie kommen sehr schnell mit anderen Eltern ins Gespräch und können sich gegenseitig austauschen, etwas, was in einem normalen Café eher seltener passiert.

Da die Zielgruppe in so einem Café sehr präzise umrissen ist, kann der Betreiber viel einfacher zusätzliche Angebote schaffen. Das Café kann so zu einer Art Mischung aus Ladenlokal und Café umgestaltet werden. Auf diese Weise kann der Betreiber mehr pro Kunde verdienen. Weiterhin können spezielle Events, Kurse und Veranstaltungen angeboten werden, die ebenfalls die Umsätze steigen lassen. Clevere Geschäftsleute schaffen es mit einem Gesamtkonzept aus Café, Store und Event, ein ertragreiches Geschäft zu etablieren.

Was spricht gegen das Gelingen eines solchen Cafés?

Professionelle Gastronomen haben eine Reihe an Zweifeln gegenüber diesem Konzept. Hier ist zum einen der Umstand, dass sich solche Gäste nicht auf einen schnellen Espresso und ein Stück Kuchen treffen. Diese Art Gäste bleiben auch gerne für mehrere Stunden sitzen, ohne dabei übermäßig viel zu konsumieren. Der Umsatz pro Tisch und Stuhl ist bei diesem Konzept deutlich schlechter als anderswo. Wer hier nicht die oben angesprochenen Zusatz-Angebote hat, der macht sehr schnell Verlust. Ein weiteres Problem ist, dass Gäste ohne Kind nicht mehr kommen. Ihnen ist es zu laut, zu hektisch und fehl am Platz fühlen sich hier auch viele.

Erfolgreich von diesem gastronomischen Angebot leben zu können ist sehr schwer. Viele halten es gar für unmöglich. Wer sich also mit dem Gedanken beschäftigt, ein solches Café zu eröffnen, der sollte sich gut überlegen, wie er denn genau seine Umsätze auf Dauer erzielen möchte.

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