Neue Gastronomiekonzepte

Die Gastronomie versucht in der letzten Zeit immer mehr, die ausbleibende Kundschaft mit neuen Konzepten in ihre Lokale zu locken. Hierzu werden oft bestehende Konzepte neu gemischt, sodass neue Lokaltypen entstehen, die man vor einigen Jahren noch nicht kannte. Ein gutes Beispiel für ein erfolgreiches Crossover ist die Kombination aus Bar und Café, die immer mehr Fuß fasst.

Kombination aus Café und Bar

Noch vor rund einem Jahrzehnt waren Bars und Cafés getrennte Welten. In die Bar ging man abends, um einen, meist alkoholischen, Drink zu genießen, ins Café ging man morgens oder mittags, um zu frühstücken oder Kaffee und Gebäck zu konsumieren. In Bars war es meist laut und voll, die Atmosphäre in den Cafés war hingegen ruhig und entspannt.

Findige Gastronomen haben aber entdeckt, dass man mit einem Hybriden aus Café und Bar ein neues Publikum ansprechen kann. Gerade jüngere Menschen mögen die Atmosphäre in einem Café sehr, sie fühlen sich aber vom Getränke- und Verpflegungsangebot wenig angesprochen. Ergänzt man also das Angebot des klassischen Cafés mit Cocktails und ähnlichen Getränken, eröffnet sich für den Betreiber eine ganz neue Zielgruppe und dies zusätzlich zur bestehenden Kundschaft. So ist es in einer Kombination aus Café und Bar dann auch keine Seltenheit, dass an einem Tisch Rentner einen Kaffeeklatsch über den neuesten Schuh abhalten, während am nächsten Tisch junge Hipster einen Drink genießen und sich über die neuesten Trends unterhalten.

Die größten Schwierigkeiten bei der Führung eines Hybriden aus Café und Bar sind die Details. Dazu gehört zum Beispiel die Musikwahl und die Lautstärke. Denn was von der einen Zielgruppe als angemessen empfunden wird, kann auf eine andere Zielgruppe störend wirken. Es lohnt sich für den Betreiber, hier ausführliche Recherchen zu betreiben, damit er allen Zielgruppen gleichzeitig gerecht wird.

Eigentlich nichts Neues

Die Verbindung zwischen Bar und Café ist eigentlich nichts Neues. In Italien wird der Kaffee, egal ob Cappuccino oder Espresso, meist an der Bar getrunken. Zubereitet wird er vom Barista, was zu Deutsch nichts anders als Barmann bedeutet. Dieser kann aber nicht nur die Kaffeemaschine bedienen, sondern auch Bier zapfen und Drinks mischen. Auf diese Art entsteht ein Lokal, das den ganzen Tag über gut besucht ist.

An diesem Beispiel zeigt sich aber auch, dass es zwischen Deutschland und Italien große kulturelle Unterschiede gibt. Ist es in Italien gang und gäbe, dass man einen Kaffee kurz im Stehen an der Bar trinkt, will der Deutsche sich mit seinem Kaffee hinsetzen und ihn langsam, zum Teil über Stunden, genüsslich trinken.

Einfach das Konzept aus Italien übernehmen würde also nicht funktionieren. Vielmehr muss man die bestehenden Gewohnheiten der Menschen analysieren und daraus ein neues, an die Kultur angepasstes, Modell entwickeln. Für die Kombination aus Café und Bar bedeutet dies, dass es ausreichend Sitzplätze geben muss, auf denen man sich auch mal mehrere Stunden aufhalten kann.

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